In Immobilien, die vor 1991 erbaut wurden, ist ein Asbest-Vorkommen wahrscheinlich.

Als Asbest werden landläufig verschiedene faserförmige Mineralien bezeichnet. Die Fasern können sich in kleinste, für das blosse Auge nicht mehr sichtbare Fäserchen aufspalten. Werden diese eingeatmet, können sie in der Lunge und am Brust- und Bauchfell Krebs verursachen. Abhängig von der Dauer und Intensität der Beeinträchtigung können zwischen der Asbestbelastung und dem Eintreten der Krankheit gut und gerne mehrere Jahrzehnte verstreichen.


Asbest galt lange Zeit als Alleskönner

Asbesthaltige Produkte wurden im Hochbau in der Zeit von 1904 bis 1991 verwendet, wobei 1950 bis 1970 als Boom-Jahre bezeichnet werden können. Am 1. März 1989 wurde in der Schweiz ein Asbestverbot erlassen. Demnach dürfen seit 1. Januar 1991 im Hochbau keine asbesthaltigen Produkte mehr verwendet werden. Heute dürfen sie weder hergestellt, noch verkauft, verschenkt oder importiert werden.

Zahlreiche ideale Eigenschaften machten Asbest – in Verbindung mit anderen Materialien wie Zement, Gips oder Kunststoff – zum weit verbreiteten und nicht zuletzt günstigen Werkstoff. Asbest ist hitze- und säurebeständig, isoliert gut, ist mechanisch strapazierfähig und lässt sich weben. Fest in Verbundwerkstoffe eingeschlossen ermöglichen die Fasern die Herstellung dünner und trotzdem stabiler Produkte.

In älteren Häusern und Wohnungen ist Asbest in verschiedenen Bauteilen zu finden: Fassaden, Dacheindeckungen, Wand- und Bodenbelägen, Zwischenböden oder Deckenplatten. Ebenso diente der Baustoff für Rohrisolationen, in Elektroinstallationskästen, Elektrospeicheröfen oder Dichtungen. Auch die alt bekannten Blumenkistchen enthalten Asbestfasern.


Das blosse Vorhandensein von Asbest muss nicht gefährlich sein

Gebäudeeigentümer sind bis heute nicht verpflichtet, asbesthaltige Materialien aus ihren Immobilien zu beseitigen, solange die Gesundheit von Personen durch die Freisetzung von Asbestfasern nicht gefährdet ist.

Ob sich Asbestfasern leicht ablösen und somit einatmen lassen, ist letztlich vom Material abhängig, mit dem sie verarbeitet wurden. Produkte mit schwach gebundenen Asbestfasern – z. B. Brandschutz- oder abgehängte Deckenplatten – werden wesentlich gefährlicher eingestuft als solche mit fest gebundenen Fasern (z. B. Asbestzement-Wellplatten oder Tischtennisplatten). Und trotzdem müssen die Bewohner dadurch noch nicht gefährdet sein.

Risiken treten grundsätzlich erst dann auf, wenn mit asbesthaltigen Materialien unachtsam oder nicht sachgemäss umgegangen wird. Wer einen asbesthaltigen Bodenbelag herausreisst oder Asbestschiefer vom Dach wirft, setzt viele Asbestfasern frei und geht entsprechende Risiken ein. Gefährlich ist auch jede mechanische Bearbeitung wie bohren, sägen, schleifen, fräsen und ähnliches. Solche Arbeiten sollten möglichst unterlassen werden. Sind sie unvermeidbar, empfiehlt sich die vorgängige Kontaktnahme mit einer spezialisierten Asbestsanierungsfirma, die für die nötigen Schutzmassnahmen sorgt.

Entscheidend für die Beurteilung des Gefährdungsrisikos sind demnach sowohl die Art und Zusammensetzung des Materials als auch die Raumnutzung. Verbinden asbesthaltige Materialien mehrere Räume (z. B. in Lüftungs- oder Kabelkanälen), so sind die Auswirkungen in jedem Raum einzeln zu prüfen.


Gefährlich wird erst die Freisetzung von Asbest

Die Asbesthaltigkeit eines Baustoffes lässt sich im Zweifelsfall mit einer Laboranalyse feststellen. Entscheidend ist wie vorstehend erwähnt, wie stark die Asbestfasern im Material gebunden sind. Unterschiedliche Aussenseiten begünstigen oder verhindern die Asbestfreisetzung.

Bei defekten oder beschädigten Oberflächen ist jedenfalls erhöhte Vorsicht geboten, während dichte Verpackungen oder gar Versiegelungen eine Faserfreisetzung grundsätzlich verhindern. In Betracht gezogen werden müssen allfällige Vibrationen, Luftströmungen, Temperaturwechsel oder direkte mechanische Einwirkungen durch Abrieb oder ähnliches.


Asbestvorkommen sind nicht in jedem Raum gleichermassen problematisch

Bei der Beurteilung des Gefährdungspotenzials ist stets die Lage des asbesthaltigen Materials zu berücksichtigen. Wie vorstehend erwähnt, ist das Einatmen der Fäserchen heikel. Die feinen Partikel können vom Organismus kaum mehr abgebaut oder ausgeschieden werden. In Wohn-, Arbeits-, Fitness- oder Sanitärräumen halten wir uns viel häufiger auf als in Technik- oder Abstellräumen.

Ist das asbesthaltige Material durch einen Vorbau oder ähnliches vor direkter Einwirkung geschützt, reduziert sich das Risiko. Dennoch kann die Substanz in direktem Kontakt mit der Raumluft stehen.

Werden Gebäude mit Baujahr vor 1990 renoviert, umgebaut oder abgebrochen, muss mit einer Schadstoffsanierung gerechnet werden. Personen, die entsprechende Arbeiten ausführen, müssen über das Vorhandensein des asbesthaltigen Materials und die damit verbundenen Gefahren informiert sein. Eine frühzeitige Ermittlung der korrekten Handhabung durch den Spezialisten unterstützt eine reibungslose Abwicklung des Bauvorhabens und die sachgemässe Entsorgung problematischer Baustoffe. Die anfallenden Kosten trägt in jedem Fall der Bauherr bzw. Eigentümer.


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