Elektrospeicherheizungen sind nicht mehr zeitgemäss

Wegen der erheblichen ökologischen Nachteile sollten auch die letzten Elektrospeicherheizungen durch alternative Heizsysteme ersetzt werden.

In Neubauten sind Elektroheizungen heutzutage in den meisten Kantonen nicht mehr zulässig. Der Strom wird als zu wertvolle Energie betrachtet, als dass sie in ineffizienter Weise bloss «verheizt» werden dürfte. Unter den Altbauten ist noch immer eines von zwanzig Häusern mit einer Elektroheizung ausgestattet, in jedem vierten Objekt wird das Warmwasser mit Strom erhitzt. Mit attraktiven Förderprogrammen sollen auch die letzten Eigentümer zum Wechsel animiert werden. Die Politik drängt zu umweltverträglichen Lösungen.


Geschichte der Elektrospeicherheizung

Als in der Schweiz in den 70er- und 80er-Jahren leistungsfähige Atomkraftwerke in Betrieb genommen wurden, hatte man nach Wegen gesucht, um rund um die Uhr eine möglichst gleichmässige Auslastung zu bewerkstelligen. Hauseigentümern wurden günstige Elektrospeicherheizungen mit geringen Wartungskosten schmackhaft gemacht. Mit solchen sollten Belastungsschwankungen der Stromnetze aufgefangen werden. Dazu wurden die Speicher der Elektroheizungen während der Nacht im Niedertarif gefüllt und die Wärme tagsüber wieder abgegeben.

Heute weiss man, dass sich die Netzlast über längere Zeiträume nur sehr begrenzt steuern lässt. Engpässe im Stromnetz treten am ehesten in kalten Winterwochen auf – also dann, wenn auch die Elektrospeicherheizungen am meisten Energie benötigen. Reicht die Nacht für die Aufheizung nicht mehr aus, erhöht sich die Spitzenlast während des Tages. Schlimmstenfalls muss gar auf Stromimporte zurückgegriffen werden, beispielsweise aus deutschen Kohle- und Gaskraftwerken mit entsprechend hohen CO2-Emissionen und Kosten. In solchen Situationen erweisen sich Elektroheizungen viel schädlicher für das Klima als etwa Ölheizungen.

Die Energieeffizienz von Elektrospeicherheizungen ist daher stark in Frage gestellt. Man möchte heute keine hochwertige elektrische Energie mehr in eine minderwertige Heizwärme umwandeln, sondern den Strom vernünftig einsetzen. Beispielsweise für Elektrofahrzeuge.


Warum nicht Strom aus erneuerbaren Energien?

Elektroheizungen benötigen vorwiegend im Winter Strom, womit der Bedarf abhängig von den Jahreszeiten stark schwankt. Eine Photovoltaik-Anlage liefert im Sommer am meisten Strom und eignet sich nicht zur Kombination mit einer Elektrospeicherheizung. Die Windenergie ist diesbezüglich das tauglichere Mittel. Während einer tagelangen Flaute muss trotzdem auf konventionelle Kraftwerke zurückgegriffen werden, womit sich auch dieser Energieträger in Verbindung mit einer Elektroheizung als wenig umweltfreundlich erweist. Selbst wenn der Strom für Heizungen im Winter vorwiegend aus Wasserkraftwerken verwendet wird, präsentiert sich die Ökobilanz negativ. Schliesslich müsste zur Deckung des weiteren Strombedarfs auf konventionelle Kraftwerke zurückgegriffen werden.

Ziel muss es daher sein, effizientere Heizsysteme zu verbauen und Elektroboiler zu ersetzen. Mit der Strommenge, die zum direkten Heizen eines Gebäudes benötigt wird, können drei bis vier vergleichbare Häuser mittels Wärmepumpe beheizt werden.


Wie man den Ersatz einer Elektrospeicherheizung in Angriff nimmt

Entscheidend, welche Alternativen für den Ersatz der Elektroheizung in Frage kommen, ist das bestehende System. Eine Zentralheizungsanlage mit Elektrospeicher kann relativ einfach durch einen anderen Wärmeerzeuger ersetzt werden. Beispielsweise eine Wärmepumpe oder eine Gas- oder Pelletsheizung mit Heizkessel oder durch Anschluss an eine Fernwärmeheizung. Idealerweise wird das neue Heizsystem mit thermischen Sonnenkollektoren und/oder Photovoltaik-Modulen kombiniert.

Schwieriger wird es bei dezentralen Elektrospeicheröfen oder im Falle von Metalldrähten, die in den Fussboden eingegossen sind. Auf diese Art benötigt das Gebäude weder Heizungsraum noch Kamin oder Heizungsrohrleitungen. Der nachträgliche Einbau einer Zentralheizungsanlage ist sehr aufwendig. Alternativen können Gas-Etagenheizungen oder Infrarot-Heizungen sein. Diese Elemente können ohne bauliche Veränderungen eingesetzt werden. Gleiches gilt für den Ersatz eines Elektroboilers durch einen Wärmepumpenboiler. Ein solcher wird in einem ungeheizten Raum aufgestellt. Er entzieht dem Raum Wärme und leitet die abgekühlte und trockenere Luft direkt in den Raum zurück. Ein Wärmepumpenboiler trägt also mit dazu bei, einen Keller oder Trocknungsraum zu kühlen oder zu entfeuchten. Wärmepumpenboiler können auch an eine Solaranlage angeschlossen werden.

Zu beachten ist, dass zahlreiche vor 1984 hergestellte Elektrospeicheröfen Asbest enthalten. Auskunft über das Vorhandensein asbesthaltiger Bauteile erteilt die Servicefirma oder das Bundesamt für Gesundheit.

Wird eine Elektroheizung ersetzt, sollte das Gebäude zugleich isoliert und die alten Fenster ersetzt werden. Damit können Energieverluste reduziert und der Heizenergieverbrauch um ein Mehrfaches gesenkt werden. Die hohen Betriebskosten von Elektroheizungen lassen sich in diesem Fall besonders schnell amortisieren. Zudem lohnt es sich, Gemeindesubventionen oder kantonale Fördermittel für die Gebäudesanierung zu beantragen.


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