Kinderspielplätze – weit mehr als nur eine Rutsche

Viel Bewegung, kreatives Spielen und frische Luft – Kinder brauchen Raum für ihre Entwicklung.

Wer selbst Kinder hat, kennt das. Klettern Sohnemann oder Tochter auf dem Spielturm herum, werden die Eltern schnell nervös. Erst recht, wenn das Spielgerät so konstruiert ist, dass man als Erwachsener nicht folgen kann. Trotzdem soll man die Kinder klettern lassen. Das ist wichtig für ihre Entwicklung. Moderne Spielplätze und -geräte sind durchdacht und sicher. Sollte das Kind doch vom Kletterturm stürzen, sorgen ein Fallschutz oder Matten dafür, dass es zu keinen gravierenden Verletzungen kommt. Im Übrigen gilt auch für den Kinderspielplatz: Je öfter man etwas tut, desto mehr Routine stellt sich ein. Die Sprösslinge werden mit jedem Besuch auf dem Spielplatz fitter und gelenkiger – und damit auch sicherer.


Wer hat den Spielplatz erfunden?

Zugegeben, im Mittelalter brauchte es noch keinen Spielplatz zur Ertüchtigung – höchstens bei den Adeligen im Schlosshof. Die Arbeiterkinder wurden sehr schnell in den Alltag eingebunden und hatten ihre Aufgaben zum Wohl der Familie beizutragen. Die ersten Karusselle dienten den Rittern dazu, sich auf den Kampf hoch zu Ross vorzubereiten. Später wurde daraus ein Kinderspielgerät.

Erst zu Beginn der Neuzeit wurden öffentliche Plätze und Strassen zum Spielareal. Steine, Äste, Bretter und Pflanzen wurden ebenso zum Spielzeug wie Zäune oder Fässer. Klettern, springen, fangen oder verstecken haben nichts an Beliebtheit verloren. Später kamen Murmeln, Würfel, Kreisel und ähnliches hinzu. Der grösste Spielplatz blieb weiterhin die Natur. Wälder, Gewässer, Felder und Wiesen boten unzählige Möglichkeiten zum Herumtollen und kreativ sein.

Mit der Industrialisierung und dem Wachstum der Städte rückten Grünflächen für viele Familien in die Ferne. Während die Eltern etliche Stunden in den Fabriken tätig waren, blieben die Kinder häufig auf sich allein gestellt – zumindest bis sie auch alt genug für die Fabrikarbeit waren. Um den Nachwuchs von der Strasse wegzubringen und zu schützen, entstanden Anfang 20. Jahrhundert immer mehr Spielplätze. Zu den bereits vorhandenen Spielsachen gesellten sich Sandhaufen, Turnstangen oder Klettergerüste. Schliesslich wurden mehr und mehr Spielareale direkt bei den Schulen geschaffen. Und in den Gärten der Privathaushalte wurden erste Schaukeln aufgestellt.


Training der motorischen Fähigkeiten

Noch in unserer Jugend war es Usus, sich irgendwo im Wald mit Brettern, Hammer und Nägeln die eigene Hütte zu bauen. Fantasie war gefragt. In Kombination mit Kisten oder alten Reifen entstanden wahre Wunderwerke. Wir waren selbstverständlich bei Wind und Wetter draussen und trainierten automatisch unsere motorischen Fähigkeiten.

Bewegung an der frischen Luft und Naturerlebnisse sind für immer mehr Kinder keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Bewegungsarmut hemmt die körperliche Entwicklung und erhöht das Unfallrisiko in der Freizeit oder im Schulsport.

Das Interesse an innovativen Spielarealen für Kinder jeder Altersklasse nimmt daher wieder zu. «Indoor Spielhallen» oder aufwendig angelegte, bunte Spielgelände im Freien sollen herausfordern und zu unterschiedlichsten Bewegungen anregen.


Weg von der digitalen, virtuellen Realität

Würde man sie lassen, so verkriechen sich heutzutage selbst 3-jährige am liebsten mit Handy oder Tablet in eine Ecke und konsumieren Youtube-Videos ohne Ende. Selbst Essen oder Trinken wird zur Nebensache – und wenn, dann am liebsten vor dem Fernseher. Der Konsum von Medieninhalten, das Erreichen des nächsten Spiellevels oder der unendliche Chat mit der Freundin wird zum Lebensinhalt. Auf Unterbrechungen wird tendenziell aggressiv reagiert. Erstaunlicherweise gelingt es den meisten, sich online während Stunden völlig auf etwas zu konzentrieren. Bei den Hausaufgaben ist das viel schwieriger.

Smartphones bewegen nur innerlich, abgesehen von Nackenschmerzen oder dem entzündeten Daumen. Die unzähligen Stunden vor elektronischen Geräten sind Gift für unseren Körper. Viele Aktivitäten, die früher im wahren Leben stattgefunden haben, wurden in die virtuelle Welt verschoben.


Raus auf den Spielplatz und hinein ins Leben!

Die Aktivitäten auf dem Kinderspielplatz fördern nicht nur die körperliche Bewegung, sondern auch das soziale Miteinander mit anderen Kindern. Spielplätze tragen zur Entfaltung und Förderung von Selbstsicherheit und Selbstvertrauen bei. An unterschiedlichen Kletter- und Spielgeräten erfahren Jungen und Mädchen ihre Grenzen. Durch Ausprobieren steigern sie ihre Bewegungsfertigkeiten.

Die bessere Körperbeherrschung macht sich nicht nur auf dem Spiel- oder Sportplatz bemerkbar, sondern auch in der schulischen Leistungsfähigkeit. Wissenschaftler vermuten gar einen Zusammenhang zwischen Gleichgewichtssinn und Lernerfolg, wenngleich ein solcher Beweis noch aussteht. Rücksichtnahme und die Stärkung sozialer Kompetenzen helfen ohne Zweifel fürs ganze Leben.


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