Umbauen mit Köpfchen – wenn sich die Bedürfnisse verändern

Veränderte Wohnbedürfnisse einzelner Familienmitglieder wecken den Ruf nach Umbauarbeiten im Eigenheim.

Bekommt eine Familie Zuwachs, wünschen sich die Teenager einen eigenen Rückzugsort oder verlassen die Sprösslinge das elterliche Nest, lohnt es sich, die Aufteilung der vorhandenen Wohn- und Nutzfläche zu überdenken. Umbau, Anbau oder Aufstockung sind Möglichkeiten, um in einem bestehenden Gebäude zusätzlichen Raum zu schaffen oder die Verteilung der verfügbaren Fläche im Haus zu ändern.

Um aus dem Kinderzimmer das Atelier für Beruf oder Hobbies zu schaffen, können Wände entfernt oder eingezogen werden. Mehr Platz entsteht durch den Ausbau von Nebenräumen wie Keller oder Estrich, soweit es die Ausnützungsziffer zulässt. Lässt sich die Garage umnutzen und ein Carport anbauen? Damit ein Raum zu Wohnzwecken genutzt werden kann, muss eine Fensterfläche von zehn Prozent der Bodenfläche erreicht werden. Nicht zu vernachlässigen ist die Dämmung gegen Feuchtigkeit und Kälte bei veränderter Raumnutzung.


Umbau, Anbau oder Aufstockung?

Welche Veränderung der bestehenden Substanz für den Einzelfall die richtige ist, hängt zum einen davon ab, welche Ziele mit dem Bauvorhaben verfolgt werden. Zum andern muss in aller Regel ein gewisser finanzieller Rahmen eingehalten werden.

Damit die Vorstellungen und Träume möglichst optimal realisiert werden können und sich die eigenen vier Wände zum perfekten Zuhause wandeln, empfiehlt sich eine Zusammenarbeit mit einem versierten Architektur- und Planungsbüro. Je klarer die Vorgaben sind, desto weniger muss «am Bau» entschieden werden. Spontane Änderungen verursachen meist unerwünschte Mehrkosten.

Potenzial steckt in nahezu jedem älteren Gebäude. So können hohe Räume allenfalls mit Zwischenböden erschlossen werden. Besteht der Wunsch nach mehr Licht, so empfiehlt sich der Ersatz von Holztüren durch Glastüren. Einbauten, Schiebetüren oder platzsparende Glastrennwände ermöglichen raffinierte Lösungen auf engem Raum. Selbst tragende Wände können teilweise geöffnet werden. Ein niedriger, unausgebauter Dachstock wird mit einer Dachgaube oder einem auskragenden Fensterelement zum Wohnraum. Alternativ können beengende Schrägen durch ein Attikageschoss ersetzt werden. Ein Wanddurchbruch verwandelt die kleine, dunkle Küche und das enge Esszimmer zum einladenden Treffpunkt für die ganze Familie. Etwas grösser wird die Herausforderung, wenn Steigzonen neu angeordnet werden müssen. Ein «Aushöhlen» des Altbaus ist in diesem Fall meist unumgänglich.

Die Bauplaner nehmen jede Idee auf und steuern ihr Fachwissen und ihre Erfahrung bei. Herrschaftliche Einfamilienhäuser lassen sich durchaus zu Mehrfamilien- oder Mehrgenerationenhäusern mit mehreren Wohneinheiten auf den einzelnen Etagen umfunktionieren. Unter Berücksichtigung der finanziellen Vorgaben sowie der technischen und baurechtlichen Möglichkeiten entsteht etwas Neues, an dem die Bewohner wieder lange Zeit Freude haben können. Für Umbauten gilt häufig ein vereinfachtes Anzeige- und nicht das ordentliche Baubewilligungsverfahren.


Kompromisse sind sehr wahrscheinlich

Manchmal limitieren Statik, Technik oder Bauvorschriften wie Grenzabstände und ähnliches die gewünschten Änderungen. Das gilt aber nicht nur für die Erneuerung einer bestehenden Bausubstanz, sondern auch für Neubauten. Ohne Kompromisse wird höchst selten ein zufriedenstellendes Ergebnis gefunden.

Je mehr des vorhandenen Gebäudes bestehen bleibt, desto mehr Ressourcen können geschont werden. Trotzdem kann das Objekt modernisiert und ein niedrigerer Energieverbrauch mit höherem Wohnkomfort sichergestellt werden. Die Kombination von Alt und Neu liefert sehr oft verblüffende Ergebnisse.

Wer sein Zuhause für veränderte Bedürfnisse und zeitgemässe Wohnkonzepte anpasst, tut gut daran, über die nächsten paar Jahre hinaus zu denken. Die Schaffung von Barrierefreiheit ist im Hinblick auf die Zukunft jedenfalls ein kluger Schachzug. Vielleicht ist es auch möglich, einen Teil des Gebäudes künftig als Einliegerwohnung abzutrennen oder Platz für die Aufnahme einer Pflegeperson zu schaffen.

Nicht ganz so viel Freiheit geniesst man im Stockwerkeigentum. Beim Umbau ist darauf zu achten, dass gemeinschaftliche Bauteile nicht betroffen sind. Wer die Bodenbeläge in der Eigentumswohnung erneuert, sollte auf eine angemessene Trittschallisolation achten. Zudem lohnt es sich, Nachbarn frühzeitig über die geplanten Umbauarbeiten zu informieren, damit sie sich nicht an Lärm und Schmutz stören.


Alternativen zum Umbau

Bevor man sich in die Verwirklichung eines Bauvorhabens stürzt, sollte man sich gründlich Gedanken machen, für wie lange die veränderten Bedürfnisse bestehen. Allenfalls lässt sich der Platzbedarf temporär mit der Anmietung eines zusätzlichen Raumes überbrücken. Das kostet weit weniger.

Wandelbare Möbel, Etagenbetten oder Bettschubladen im Kinderzimmer, die Nutzung von Stauraum unter Treppen oder praktische Regale als Raumteiler können weitere Alternativen sein, um Platz zu schaffen.


Spannende Links



BeobachterDen Wohnraum clever erweitern
Der Landbote
Ein Haus, das mit den Bedürfnissen seiner Bewohner wächst
Hausinfo
Vorgehen beim Hausumbau: So klappt's!
Homegate
Bad renovieren – ein komplexes Projekt
Wie kann dir Victor helfen?

Profi anrufen

0900 209 209 (CHF 3.80/Min.)

E-Mail schreiben

hallo@victor.immo

Online-Chat starten

Victor hilft dir per Chat, direkt und persönlich.